Kognitives Kartieren / Mental Maps

Die Methode des kognitiven Kartierens ist sicherlich eine der „exotischsten“ in der sozialen Marktforschung – aber gerade im Bereich touristischer und regionaler Themen extrem hilfreich. Der Mensch schafft sich im Kopf ein Abbild von seinem räumlichen Umfeld. Dabei wird diese kognitive Karte (auch Mental Map) immer in Hinsicht auf einen Zweck oder ein Ziel erstellt. Der Mensch muss sich hierfür an Orte und Dinge erinnern, um sie wiederzuerkennen und sich erfolgreich zwischen und in ihnen bewegen zu können. Mit Hilfe dieser „Karte im Kopf“ können wir so entweder unser räumliches Verhalten steuern oder das räumliche Umfeld besser verstehen, einordnen und interpretieren.
 

Um kognitive Karten extern zugänglich zu machen, lässt man Menschen ihre Umgebung zeichnen. Man nimmt an, dass die gezeichneten Karten einer gleich organisierten mentalen Karte entsprechen und damit die Darstellung von subjektiven Raumvorstellungen zu einer spezifischen Region ermittelt werden kann.

Mental Maps sind eine der effizientesten Formen, um räumliche Umwelten darzustellen: sie kommunizieren Rauminformationen, die über eine alleinige Untersuchung der objektiven räumlichen Gegebenheiten meist nicht generiert werden könnten. Der daraus gezogene Zugewinn an Information wäre sprachlich meist nur mühsam vermittelbar (zum Beispiel bei schwer „greifbaren“ Themen wie Image, Identifikation, Gefühl).

Die Methode der kognitiven Kartierung lässt sich darüber hinaus hervorragend mit anderen qualitativen Methoden wie z.B. der Fokusgruppen-Methode kombinieren.